Editorial: So sollte DER KLEINE GEORG vom Markt gedrängt werden

Der große St. Georg gegen DER KLEINE GEORG

 

3. März 2005: Bei DER KLEINE GEORG, geht ein Schreiben der Anwälte des großen ,ST Georg' ein. Man fordert die sofortige Einstellung von DER KLEINE GEORG und droht für den Fall der Zuwiderhandlung mit einer Strafe von 10.000,00 .

 

Die Redaktion von DER KLEINE GEORG steht Kopf. Warum? Und warum jetzt?, fragt man sich. Vielleicht, weil der erste DER KLEINE GEORG des Jahres 2005 mit leicht verändertem Layout erschien?

 

6. März 2005: Das Turnier Löwen Classics - Katarina Blasig sucht Rat. Sie spricht mehrere der Journalisten an. Allgemeines Kopfschütteln und immer dieselbe Frage: Warum jetzt? Gabriele Pochhammer kennt doch den DER KLEINE GEORG seit Jahren - Kopfschütteln auch bei Juristin Isabell Werth, die Katarina Blasig nach Durchsicht des gegnerischen Schreibens mit den Worten beruhigte, sie glaube nicht, dass die Forderung des großen St. Georg durchzusetzen sei.

Gleichbleibender Tenor bei allen Kollegen: Mach weiter so!

 

7. März 2005: In der Redaktion von DER KLEINE GEORG geht die Rechnung des gegnerischen Anwalts über 1.600,57 € ein - ein erster Abschlag für den März 2005.

 

16. März 2005: Der Jahr Top Special Verlag, zu dem der große St. Georg gehört, informiert den DER KLEINE GEORG darüber, einen Antrag auf einstweilige Verfügung eingereicht zu haben. Als besonderes Schmankerl regt die Gegenseite an, den Streitwert des Verfahrens auf satte 50.000,00 € , anzusetzen. Nach dieser Summe werden sich nunmehr die Verfahrens- und die Anwaltskosten richten. Die Stimmung bei DER KLEINE GEORG sinkt auf dem Null-Punkt.

 

22. April 2005: Einen Arbeitstag vor dem Gerichtstermin geht beim Rechtsanwalt von DER KLEINE GEORG per Fax eine eidesstattliche Erklärung ein, in der die Chefredakteurin des großen St. Georg, Gabriele Pochhammer, versichert, erst im Jahre 2005 Kenntnis von der Existenz des DER KLEINE GEORG erlangt zu haben. Diese bereits am 18. April verfasste, nach Büroschluss eingegangene Erklärung, ist für die aus dem Markenrecht hergeleitete Unterlassungsklage wichtig, da das langjährige Wissen um die Existenz von DER KLEINE GEORG und also seine Duldung eine Verwirkung der Ansprüche des Jahrverlag zur Folge hätte.

 

25. April 2005: Gerichtstermin - Zwar drückte sich das Gremium der Handelskammer um die Feststellung des Wahrheitsgehaltes der eidesstattlichen Erklärung, doch konnte DER KLEINE GEORG mit einem aufgedrängten Vergleich einen kleinen Sieg erringen. Mit altem Titelseitenlayout darf DER KLEINE GEORG weiterhin in seinem festgelegten und vom Jahrverlag geduldeten Verbreitungsgebiet publiziert und vertrieben werden. Bitter wird dieser Kleinsieg jedoch durch die Tatsache, dass DER KLEINE GEORG auf Ersuchen der gegnerischen Anwälte 2/3 der Verfahrenskosten tragen muss - auch wenn das Gericht im Nachhinein den Streitwert auf 25.00,00 Euro festgesetzt hat, eine nicht unerhebliche Summe. War das überhaupt ein Sieg

?

Das alles mutet eher sonderbar als wunderbar an - von Fairness keine Spur. Der große, St. Georg'-monatliche Auflage von 41.402 Exemplaren - erscheint seit 30 Jahren bundesweit beim in Hamburg ansässigen Jahr-Verlag. DER KLEINE GEORG dagegen freut sich nunmehr über zweimonatliches Erscheinen bei einer stetig wachsenden Auflage in einem Verbreitungsgebiet von Braunschweig, Göttingen, Magdeburg, Hannover, Celle und Fallingbostel.

Übrigens ... auch den DER KLEINE GEORG gibt es bereits seit20 Jahren und sein Name ist beim deutschen Patent- und Markenamt als Schriftmarke eingetragen. Als dies geschah, verstrich die Einspruchsfrist gegen die Namenseintragung ohne jeglichen Widerspruch.

Dennoch will Frau Mohrmann-Pochhammer nichts von der Existenz von DER KLEINE GEORG gewusst haben? Frau Pochhammer betreut seit einigen Jahren die Pressestelle des Turniers Neumünster, wo sie seit 1996 des öfteren mit Katarina Blasig zusammentraf und auch deren Akkreditierungsantrag in Händen hielt - nämlich die Bitte, die für den DER KLEINE GEORG schreibende Katarina Blasig als berichtende Journalistin zuzulassen. Hm - partielle Amnesie? Soll's ja geben.

 

Aber wieso - so mögen sich nun viele fragen - schießt der große St. Georg ein kriegsreifes, juristisches Trommelfeuer auf eine kleine regionale Zeitschrift ab?

Der große St. Georg nimmt für sich in Anspruch, von 250 000 Lesern genossen zu werden. Hat der große St. Georg etwa eine erkleckliche Leserschaft an DER KLEINE GEORG verloren? Nein. Von einem feststellbarem Schaden sprachen selbst die gegnerischen Anwälte nicht. Dann muss es wohl das Prinzip und also der Name sein, auf dem der große St. Georg beharrt. Bundesweit existieren aber 19 Eintragungen des Namens ,Georg', sechs davon unter ,St. Georg' und nur ein ,DER KLEINE GEORG'. Müsste der große St. Georg nicht eigentlich auch nahezu die Hälfte unserer Reitvereine verklagen, die sich ja auch allzu gern auf den heiligen St. Georg berufen - und den Braunschweiger Dom noch dazu, der den heiligen St. Georg in seinem Apsisfenster führt?

 

 „Blödsinn" wird der Jahr Verlag dazu sagen. Reitvereine und Kirchenhäuser schmälern ja den wohlgehüteten Schatz aller Zeitschriftenverleger, nämlich den immer kleiner werdenden Topf erlauchter Anzeigenkunden nicht. Reitvereine und Dom sind daher O.K.

Vielleicht mag ja der Jahr-Verlag, der vor einigen Jahren mit dem Top Spezial Verlag der Axel-Springer AG ein Joint Venture einging, keine regionalen Kleinzeitschriften. Immerhin kuschelt sich ein Großteil aller Sport- und Outdoorzeitschriftcn unter deren versierte Fittiche. Vielleicht sollte das hässliche Trommelfeuer nicht gerade in eine feindliche Übernahme münden, aber vom Markt hätten sie den DER KLEINE GEORG schon gern. Und damit steht doch unumstößlich fest: Er ist richtig wichtig geworden - der kleine, immer größer werdende Georg aus Braunschwcig!

Bleiben Sie sportlich, aktiv und fair Es grüßt Sie Ihre Corina Klengel

 

An dieser Stelle möchte sich die Redaktion bei den Lesern und Kollegen für die große Solidarität bedanken, die uns zuteil wurde. Für alle ein Grund mehr den DER KLEINE GEORG für kleines Geld zu abonnieren. Denn wenn die Großen schon auf uns aufmerksam werden, muss DER KLEINE GEORG doch für alle sehr interessant sein. Mit jedem Abbo und mit jeder Werbung unterstützen Sie Ihre Fachzeitschrift.